Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz 2025

Erinnerung in unseren Händen

Vom 03. bis 07. November 2025 nahmen 35 Schülerinnen und Schüler der Q1 und Q2 der Europaschule Rheinberg an der diesjährigen Gedenkstättenfahrt nach Krakau und Auschwitz teil. Im Mittelpunkt der Begegnung stand die Frage, wie Erinnerung heute gestaltet werden kann.
Die Fahrt wurde von der Gedenkstättenkoordinatorin Julia Sonnenwald organisiert und von Pia Westemayer(didaktische Leitung), Thomas Ververs (Europakoordinator), Alexandra Pastewka sowie Olivia Lefebvre begleitet. 

Bereits am ersten Abend der Begegnung stand ein besonders bewegender Moment auf dem Programm: die Begegnung mit Anna, einer Zeitzeugin des Holocaust. In eindringlichen Worten berichtete sie von ihrem Überleben und ihrem Leben nach der Befreiung.  
„Ich habe selten jemanden erlebt, der so ruhig, aber gleichzeitig so eindrücklich über ihre Vergangenheit spricht“, erzählte Lukas (Q1). „Ihre Worte hallen in mir nach – vor allem, wie sie sagte, dass Erinnern immer auch Handeln bedeutet.“  

Am darauffolgenden Tag besuchten die deutschen und polnischen Schülerinnen und Schüler parallel die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau. Während die polnische Gruppe eine Führung auf Polnisch, die deutsche auf Deutsch erhielt, blieben beide Gruppen zunächst getrennt, um das Erlebte in Ruhe verarbeiten zu können.  
„Diese Stille dort war das, was mich am meisten getroffen hat“, so Maxi (Q1). „Man spürt an diesem Ort, dass Worte manchmal einfach nicht reichen.“  

Der gemeinsame Austausch über die Eindrücke fand erst am nächsten Tag in der Partnerschule in Krakau statt. Dort wurden die deutschen Schülerinnen und Schüler herzlich mit einem selbst gebackenen und gekochten Buffet empfangen, das von den polnischen Jugendlichen vorbereitet worden war. Anschließend wurden alle Teilnehmenden gemeinsam von Herrn Ververs, Europakoordinator der Europaschule Rheinberg, und der polnischen Schulleiterin Barbara Szymoniak begrüßt. Beide betonten die Bedeutung gemeinsamer europäischer Projekte und die Kraft der Erinnerung als Grundlage für gegenseitiges Verständnis und Frieden.  

Im Anschluss begann der Workshop „Erinnerung in unseren Händen“, in dem deutsch-polnische Teams eigene Ausstellungsbeiträge zu Fragen wie „Wie können wir heute erinnern?“ oder „Was bedeutet Verantwortung für uns?“ gestalteten. Dabei entstanden zweisprachige Plakate mit Fotos, Zitaten und QR-Codes, die persönliche Perspektiven auf Erinnerungskultur sichtbar machen.  
„Ich fand es spannend zu sehen, wie unterschiedlich wir über Verantwortung sprechen, aber wie ähnlich wir fühlen“, meinte ein Schüler aus der Q2 nach dem Workshop. „Das hat mir gezeigt, dass Erinnerung nicht an Ländergrenzen haltmacht.“  

Auch Marvin (Q2) war beeindruckt: „Ich hätte nie gedacht, dass man mit Jugendlichen aus einem anderen Land so offen über Schuld, Trauer und Zukunft sprechen kann. Das hat wirklich etwas verändert.“  

Besonders gewinnbringend war der Austausch mit den polnischen Schülerinnen und Schülern, der zeigte, wie gemeinsames Nachdenken Grenzen überwindet und Verständnis füreinander schafft.
Im Anschluss an die gemeinsame Stadtführung kamen die Jugendlichen intensiv miteinander ins Gespräch. Die polnischen Schülerinnen und Schüler erzählten den deutschen Teilnehmenden viel über „ihr“ Krakau und zeigten ihnen Orte, die für sie persönlich Bedeutung haben – kleine Cafés, Plätze und Gassen abseits der touristischen Wege. So wurde die Begegnung nicht nur zu einem historischen, sondern auch zu einem sehr persönlichen Erlebnis, das gegenseitiges Interesse und Freundschaft wachsen ließ.

Die gemeinsame Ausstellung „Wie können wir heute erinnern?“ wird zuerst an der Europaschule Rheinberg und anschließend in Krakau gezeigt – als sichtbares Zeichen europäischer Verbundenheit, historischer Verantwortung und gelebter Erinnerung.

Unser besonderer Dank gilt Herrn Zbigniew Roch, dem Vorsitzenden des European Business Club, der uns den Kontakt zur Schule in Krakau hergestellt hat und Herrn Janusz Cymer, der sich vor Ort um alles gekümmert hat und natürlich der Sparkasse am Niederrhein, die durch ihre großzügige finanzielle Unterstützung diese wichtige Gedenkstättenfahrt ermöglicht hat.

 

Gedenkstättenfahrt 2025