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Auf den Spuren der Vergangenheit – 1. Gedenkstättenfahrt nach Natzweiler

„Gedenkstätten dokumentieren die Geschichte der NS-Verbrechen. Es sind Tatorte, Leidensorte und Trauerorte bis heute ./…/Irgendwann müssen wir diese Geschichte ohne das lebendige Zeugnis der Zeitzeugen vermitteln. Umso wichtiger für das Lernen und Erinnern sind die Besuche von Gedenkstätten als Orte des Leidens.“ (Wegweiser zur Erinnerung, Bundeszentrale für pol. Bildung)

Unter diesem Gedanken stand die erste Gedenkstättenfahrt der Europaschule. Diese führte ins elsässische Straßburg, sowie ins 50km entfernte Struthof-Natzweiler.

Gemeinsam machten sich in der 2. Novemberwoche  20 Lernende aus der Jahrgangsstufe 9, unter der Leitung von Frau Sonnenwald und Herr Ververs auf den Weg nach Natzweiler.

Aber es wurde nicht nur ein Blick in die Vergangenheit geworfen, ferner fandt eine Begegnung mit dem heutigen jüdischen Leben  in Straßburg statt. So besuchte die Gruppe die Synagoge und das Mahnmal für die deportierten Juden aus Straßburg und begab sich in einen interkulturellen Austausch mit Vertretern der jüdischen Gemeinde vor Ort. Daran schloss sich der Besuch des Europaparlamentes an, hierbei konnten die Jugendlichen einen persönlichen Einblick in die demokratischen Prozesse Europas gewinnen.

Eine kurze Filmdokumentation können Sie hier schauen: https://youtu.be/tzmD_TVG5Yk

Und hier finden Sie Eindrücke zweier teilnehmender Schülerinnen:

An der Europaschule Rheinberg wurden im Oktober 22 Schüler/-innen aus den Klassen 9 anhand von eigenen Bewerbungen gewählt, die mit nach Straßburg in Frankreich fahren durften. Unter anderen auch wir, deshalb fühlen wir uns sehr geehrt, um darüber berichten zu können.

Am Montag, 14.11.2022, haben wir uns morgens früh getroffen und haben uns dann zusammen auf den Weg gemacht. Wir sind dann 6 Stunden gefahren bis wir schließlich an unserm Hotel in Straßburg angekommen sind. An diesem Tag haben wir dann noch eine Rallye in der Innenstadt gemacht, um Straßburg zu erkunden. Die Stadt ist sehr schön.

Am zweiten Tag sind wir nach dem Frühstück zum Konzentrationslager in Natzweiler gefahren und haben dort viel Neues über den Krieg und die schlimmen Zeiten damals gelernt. Der Ort hat uns sehr betroffen gemacht. Abends sind wir dann ins Flammkuchenhaus gegangen, wo wir gemeinsam viel Zeit verbracht haben.

Am Mittwoch sind wir dann ins Europaparlament gefahren und haben erfahren, wie das Gebäude aufgebaut wurde. Außerdem haben wir gelernt, wie die Parteien darüber diskutieren, was gut ist für uns oder für die Zukunft. Später haben wir noch einen deutschen Soldatenfriedhof besucht, wo uns klar gemacht wurde, dass dort nicht nur 16000 Soldaten liegen, sondern auch Zivilisten, die im Krieg umgekommen sind. Zudem wurde uns erklärt, wie die Soldaten alle dorthin gelangen konnten. Das funktionierte durch einen Verein, der sich dafür engagiert hat, dass Soldaten einen letzten Platz bekommen als Ruhestätte. Außerdem hat sich der Verein Informationen über die Personen verschafft, um möglichst zu jedem herauszufinden, woher er kommt und ob er eine Familie hat.

Am Donnerstag haben wir noch einmal zusammen gefrühstückt und haben dann die Rückreise angetreten. So ging eine sehr schöne Reise voller neuer Erfahrungen zu Ende. Diese Reise war für uns unvergesslich und wenn wir könnten, würden wir beim nächsten Mal wieder mitfahren. Wir können es jedem nur empfehlen.

Novely, Anica, Inka aus der 9e

 

„Ich nehme viele interessante Momente mit. Ich finde, diese Fahrt war eine gute Mischung aus Lernen und einfach als Gruppe zusammenwachsen. Ich bin mir sicher, dass wir als Gruppe uns jetzt besser verstehen als vorher.

Bei dem Soldatenfriedhof fand ich sehr heftig, dass der jüngste Soldat einfach 15 Jahre alt war. Genauso, dass dort junge Kinder liegen, die einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort waren.

Das Europaparlament war sehr interessant. Der Gästeführer war auch sehr nett und konnte alles gut erklären.

Das Konzentrationslager war sehr beängstigend. Einfach, weil man wusste, dass an dem Ort Menschen jahrelang grausam festgehalten wurden. Wir heute können kommen und gehen, wann und wohin wir wollen, doch die Menschen damals durften es nicht.

Ich werde die vier Tage in guter Erinnerung behalten und schöne wie auch emotionale Momente bewahren. Die Lehrer waren beide sehr nett und waren gut organisiert. Ich würde jederzeit wieder mitfahren wollen.“

Feedback von einer Schülerin aus der 9c

 

 

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