Schwerpunkte

Gemeinsames ganztägiges Lernen

Ziel des Gemeinsamen Lernens ist es, das gemeinsame, vorurteilsfreie Leben und Lernen von Menschen mit und ohne Behinderungen als gesellschaftliche Normalform zu etablieren. Dazu gehört auch ein inklusives Bildungssystem.

Das Konzept der Europaschule Rheinberg zum „Gemeinsamen Lernen“ wird hier verkürzt dargestellt, um jedem einen ersten Einblick in die inklusive Arbeit der ESR zu geben. Bei Interesse und / oder sich ergebenden Fragen ist es jederzeit möglich, Einsicht in das vollständige Konzept zu nehmen.

Gemeinsames Lernen an der ESR

Die Europaschule Rheinberg nimmt seit ihrer Gründung 2011 stets auch Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf in unterschiedlichsten Bereichen auf, schwerpunktmäßig sind hier die Förderschwerpunkte Emotionale und soziale Entwicklung, Sprache, Hören und Kommunikation, Körperliche und motorische Entwicklung (zielgleich), Lernen und Geistige Entwicklung (zieldifferent) mit ihren jeweiligen Abschlüssen zu nennen.

Die ESR setzt die lange Tradition des Gemeinsamen Unterrichts an Rheinberger Schulen fort und folgt ihrem Leitgedanken, Verschiedenartigkeit anzuerkennen und als Bereicherung anzunehmen. Je nach individuellem Unterstützungsbedarf werden die Schülerinnen und Schüler nach den Richtlinien der Regelschule oder in den Bildungsgängen Lernen bzw. Geistige Entwicklung unterrichtet. Grundlage der Arbeit ist ein individueller Förderplan. Erreicht werden können die Abschlüsse der allgemeinen Schule oder die Abschlüsse der oben genannten Bildungsgänge.

Im Sinne einer möglichst weitreichenden Inklusion werden die Schülerinnen und Schüler mit besonderem Unterstützungsbedarf seit dem Schuljahr 2014/15 auf alle Klassen eines Jahrgangs verteilt, denn „grundsätzlich ist das Lernen in einer Gruppe förderlich, in der ein möglichst breites Leistungsspektrum vertreten ist“ (Manual Inklusion, 2015, S.25).

Kooperation

Die Lehrerinnen und Lehrer der ESR werden in ihrer pädagogischen und inklusiven Arbeit durch Lehrerkräfte für Sonderpädagogik und den Schulsozialarbeitern unterstützt. Zudem findet eine Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen der verbliebenen Förderschulen sowie eine Kooperation mit außerschulischen Einrichtungen (Jugendamt, Caritas, Ergotherapeuten, Logopäden, Schulberatung, Psychologen usw.) statt. Im Unterrichtsalltag unterstützen InklusionshelferInnen das Unterrichtsgeschehen.

Evaluation

  • Der Arbeitskreis „Gemeinsames Lernen“ diskutiert die Grundlagen der inklusiven Arbeit an der ESR und leistet somit die Konzeptionsarbeit. Die Lehrerinnen für Sonderpädagogik beteiligen sich mit Blick auf die besonderen Bedürfnisse der Kinder mit Unterstützungsbedarf an der Arbeit einzelner Fachkonferenzen, beraten hinsichtlich differenzierter Lernangebote, Unterrichtsmaterialien, Methoden, Kompetenzüberprüfungen etc.
  • Der Arbeitskreis „Ganztägiges Lernen“ kümmert sich um die thematische Ausarbeitung und regelmäßige Evaluation unseres Ganztagskonzeptes.

Transparenz:

(Begleitbuch, LEG, Bilanzabend, einheitliche Klassenarbeiten, Checklisten)

Lernbegleitbuch

Ebenfalls eine Art Portfolio ist das von den Schülerinnen und Schülern geführte blaue Begleitbuch, in das sie nach den Unterrichtsstunden eintragen, was getan und gelernt wurde, welches inhaltliche Thema die Stunde hatte oder welche Methode neu geübt oder eingeführt wurde. Auch soll notiert werden, was der nächste zu leistende Schritt ist und wie man sich fühlt. Das Begleitbuch dient als Grundlage für die Lernentwicklungsgespräche des Kindes mit seinem Klassenlehrer/seiner Klassenlehrerin. Es gibt aber auch dem Kind die Möglichkeit, seine Schulwoche zu dokumentieren und nicht zuletzt können die Eltern sehen, was ihr Kind getan hat. All dies dient der Gesprächsgrundlage für ein erfolgreiches Lerncoaching. Das Begleitbuch wird wöchentlich von den Eltern, den Schülern und einem der beiden Klassenlehrer abgezeichnet.

Lernentwicklungsgespräche

Bei dem Schwerpunkt Beratung findest du mehr zu Lernentwicklungsgesprächen an der ESR.

Vergleichsarbeiten und Parallelarbeiten:

Die Einführung der Parallelarbeiten stellte eine Maßnahme dar, qualitätssichernde und qualitätsentwickelnde Aspekte in die schulische Arbeit zu integrieren und damit einen Überblick darüber zu erhalten, welche Leistungen die Schülerinnen und Schüler zu einem bestimmten Zeitpunkt ihrer Schullaufbahn erbringen. Die so gewonnenen Daten nutzen unsere Fachschaften um konsequent die Weiterentwicklung und Sicherung der Qualität von Unterricht voranzutreiben.

Bilanzabend:

Zum Ende eines jeden Schuljahres bilanzieren Eltern, Schülerinnenund Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer am sogenannten Bilanzabend die Arbeit der Schule, die im abgelaufenen Schuljahr geleistet wurde. Kritik und Verbesserungsvorschläge werden diskutiert, gesammelt und im nächsten Schuljahr schrittweise umgesetzt.

Instrumentation:

Die SonderpädagogInnen beraten und unterstützen die Fachlehrkräfte hinsichtlich ihrer Differenzierungsangebote (Materialgestaltung, Methodenauswahl, Techniken im Umgang mit Auffälligkeiten im sozial-emotionalen Bereich u.a.m.) und stimmen diese auf die individuellen Möglichkeiten der Schülerinnen und Schüler ab.

Unterrichts- und Kooperationsformen:

Methoden und Unterrichtsformen werden auf die individuellen Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler abgestimmt. Offene Unterrichtsformen wie IGL, Werkstattunterricht, projektorientiertes Arbeiten, Lernen an Stationen, Tages-/Wochenplanarbeit werden dabei ebenso wie stärker strukturierte Unterrichtsformen berücksichtigt.

Um die Schülerinnen und Schüler zu entlasten und ihnen den Spaß am Lernen zu erhalten, wird während des IGL-Unterrichts möglichst eine spezielle Kleingruppenförderung durch die jeweilige Sonderpädagogin angeboten.
Eine weitreichende Doppelbesetzung durch Regelschullehrerinnen und Regelschullehrer und Sonderpädagoginnen ist angesichts der vorhandenen Ressourcen nicht möglich.

Der Schülerstützpunkt stellt eine zeitlich begrenzte Rückzugsmöglichkeit für Schülerinnen und Schüler dar, die aus unterschiedlichen Gründen nicht länger am Unterricht der Klasse teilnehmen können.
Im Umgang mit Heterogenität kommt kooperativen Unterrichtsformen besondere Bedeutung zu. Auch der Einsatz geeigneter Buddys/Lernpartner ist zielführend.

Bei der Unterrichtsplanung und –gestaltung ist die Umsetzung eventueller Nachteilsausgleiche zu berücksichtigen (z.B. Greencard, verlängerte Bearbeitungszeiten, vereinfachte Aufgabenstellungen).

Diagnostische Tätigkeiten

Diagnostische Tätigkeiten (Schülerbeobachtung, Testverfahren und Gutachtenerstellung) sowie Beratungsgespräche mit Lernenden und Eltern nehmen einen Großteil der sonderpädagogischen Arbeit ein und werden in regelmäßigen Abständen durchgeführt. Z.B gibt es den Duisburger Sprachstandstest, die Hamburger Schreibprobe, und das Lesescreening: Alle Schülerinnen und Schüler des 5. Jahrgangs durchlaufen diese drei Diagnosetest. Die Fachkonferenz beschließt anschließende Konsequenzen aus den Auswertungen (Einrichtung von LRS-Kursen, Leseförderung,...)

Und es gibt den Eingangstest Mathe: Alle Schülerinnen und Schüler des 5. Jahrgangs schreiben den Mathe-Test von Klett. Auch hier werden von der Fachschaft Konsequenzen aus den Auswertungen beschlossen.
Weiterhin gibt es den Eingangsdiagnosetest Mathe in der EF .

Individuelle Förderpläne

Rechtliche Grundlage:
Die Erstellung und Fortschreibung eines individuellen Förderplans ist für Kinder und Jugendliche, die sonderpädagogisch gefördert werden, verpflichtend. Dies gilt auch dann, wenn kein förmliches Verfahren nach den §§ 11-15 durchgeführt worden ist (s. § 21, Abs. 7 AO-SF).

Ganztägiges Lernen

Wir sind eine Schule des gemeinsamen ganztägigen Lernens. Das bedeutet, dass Schülerinnen und Schüler drei Viertel ihres Tages bei uns zubringen. Damit sie sich während dieser Zeit wohlfühlen und diese immer sinnvoll nutzen können, bieten wir zahlreiche Beschäftigungsangebote:

Es gibt mehr als 36 Arbeitsgemeinschaften, die die unterschiedlichen Neigungen und Begabungen (musische, künstlerische-kreative, sprachliche, technische, sportliche …) der Schülerinnen und Schüler ansprechen. Des Weiteren werden in den Mittagspausen diverse offene Angebote von verschiedenen Anbietern offeriert. Deshalb kooperieren wir mit vielen Institutionen (Jugendamt Rheinberg, Musikschule, SLS – Segelverein am Lohheider See, TUS-Rheinberg, Bogenschussverein Eversael 1728 e.V., Taekwondo-Verein Yong Ho Rheinberg, Reitverein Graf von Schmettow Eversael e.V. 1920) und ermöglichen so den Kindern viele verschiedene Erfahrungen zu machen. 

Kulturelle Angebote:

Gerade im Rahmen kultureller Angebote erfahren junge Menschen, wie bereichernd die Beschäftigung mit Kultur und anderen Lebensweisen sein kann. Unabhängig vom familiären Hintergrund und Wohnumfeld erhalten die Schülerinnen und Schüler der Europaschule Rheinberg in allen Jahrgangsstufen die Möglichkeit, kulturelle Angebote (Sprachen, Musik, Sport, Kunst…) kennen zu lernen.

Musikalische Erziehung:

Zur künstlerischen Bildung gehört die musikalische Erziehung. In Kooperation mit der örtlichen Musikschule wird ein Gitarrenkurs für Anfänger undFortgeschrittene durchgeführt. Der Teeniechor probt regelmäßig und bereitet sich so auf Auftritte an besonderen Schulevents vor.

Lernen der Nachbarkultur im Sprachenunterricht:

Im AG-Bereich wird neben dem Spracherwerb auch das interkulturelle Lernen großgeschrieben. Dabei geht es um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den jeweiligen konkreten Lebensweisen. Dies gilt für Niederländisch, Russisch, Türkisch und Spanisch.

Lesen und Schreiben:

In jeder Mittagspause findet ein Lesementoring statt. Es wird von älteren für jüngere Schülerinnen und Schüler durchgeführt. Wer gerne selbst schmökert, findet ein gemütliches Arrangement in der schuleigenen Bücherei vor. Außerdem wird ab der Klasse 5 eine Kooperation mit der Stadtbibliothek gepflegt. Im AG-Bereich gibt es zudem die Schreibwerkstatt und die Redaktion der Schülerzeitung. Bei beiden führen begleitete Schreibprozesse zu Textproduktionen, die für den Verfasser selbst, aber auch für andere von Nutzen sind.

Meditation und Besinnung im Raum der Stille (Konvikt):

Angeleitet durch den örtlichen Pastoralreferenten und Schulseelsorger Herrn Welp werden meditative und kreative Elemente passend zu den Festen des Jahreskreises anhand der Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler realisiert. Außerdem gibt es im AG-Bereich ein Yoga-Angebot.

Kochen und gemeinsames Essen:

Die schuleigene Küche bietet in der Koch-AG und dem Hauswirtschaftsunterricht die Voraussetzung für das Erlernen eines geeigneten Umgangs mit Lebensmitteln, die Vorzüge einer ausgewogenen Küche und die Begegnung mit gemeinsamer Tischkultur. Dies gilt auch für das Mittagessen der gesamten Klasse in der Mensa zu Beginn der Mittagspause in der Jahrgangsstufe 5.

Betreuung:

Berufstätige Eltern können ihre Kinder in der Betreuung anmelden, so dass sie zuverlässig an jedem Tag bis 15.45 Uhr umsorgt sind. Diese Betreuung wird auch sofort eingerichtet, wenn der Unterricht zu bestimmten Ereignissen (Lehrerausflug, Sportfest,…) verkürzt wird.

Die Kinder haben dann folgende Möglichkeiten der Beschäftigung:

  • Lernstudio
  • Lernspiele am PC
  • Bücher und Zeitschriften
  • Spieleoase: Ausleihe von Indoor- und Outdoorspielen
  • Schulhof (Fußball, Basketball, Tischtennis, …)