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Der neue Alltag an der ESR

Es ist fast auf den Tag genau 400 Jahre her, dass sich Menschen auf der „Mayflower“ auf den Weg von Europa Richtung neue Welt machten, um den schwierigen Lebensbedingungen zu Hause zu entkommen. Dieser Weg war voller Gefahren. Der Ausgang des Abenteuers war ungewiss.

Heute im Jahr 2020 gibt es in Deutschland und auch bei uns an der Europaschule Rheinberg viele Kinder, die die „New-Millennium“-Version einer Flucht erzählen können. Aber anders als die Pilgerväter hatten sie nicht nur Angst vor Hunger, Krankheit und dem Ertrinken, sondern sie liefen auch noch Gefahr auf der Flucht erschossen oder im Zielland nicht aufgenommen zu werden.  Wenn man diesen Kindern genau zuhört, wird klar, dass Dinge, über die wir uns im Moment täglich aufregen (Masken tragen wegen Corona, ausgefallene Urlaubsflüge- auch wegen Corona – Busse und Züge, die zu spät kommen – nicht nur wegen Corona) Umstände sind, die man gut aushalten kann, weil Deutschland ein Land ist, in dem die Demokratie stabil und das Gesundheitssystem modern und Meinungsfreiheit normaler Alltag sind. .

Unsere Kinder und Jugendlichen fühlen sich manchmal unbehaglich, weil das W-Lan zu schwach ist, weil wegen Corona alle gleichzeitig im Netz sind und man deswegen ein Buch lesen müsste, um sich sinnvoll zu beschäftigen, oder weil das Masken tragen und Schlange stehen zum Fieber messen vor Schulbeginn unbequem ist.

Andere Kinder unserer Schule sind geflohen und hatten nur das dabei, was sie am Leib trugen. Ihre Perspektive ist anders. Sie regen sich über Masken nicht auf, auch nicht darüber auf, dass es zwei Mal hintereinander in der Mensa Nudeln zum Mittagessen gibt.

Von diesen Kindern können wir viel lernen: Wenn wir also in diesen Tagen genervt sind, weil der neue Alltag lästig, ermüdend und anstrengend ist, wenn wir uns fragen, wie lange das noch so weiter gehen soll und ob das, was wir da tun überhaupt nötig und richtig ist, dann sollten wir uns lieber darauf konzentrieren zu sehen, was gerade gut funktioniert, auch wenn im Moment so vieles nicht mehr so ist, wie es vor einem halben Jahr noch war.

Denn dank der großen Disziplin der Schülerinnen und Schüler, die sich vorbildlich an unser umfangreiches Hygienekonzept halten und dank des ebenso großen Engagements aller anderen am Schulleben Beteiligten, ist es uns gelungen eine Schulschließung zu vermeiden. Präsenzunterricht findet wieder jeden Tag für jede Schülerin und jeden Schüler statt. Das ist wichtig und gut und das haben wir gemeinsam geschafft!

Bis jetzt gab es keinen einzigen Fall einer Covid-19 Infektion an der ESR, weder in der Schülerschaft noch bei pädagogischen Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern. Das Lehrerkollegium lässt sich alle 14 Tage am Hauptstandort auf Corona testen, bislang ebenfalls ohne Befund.

Und so sollten wir es machen wie die Pilgerväter vor 400 Jahren: Wir schauen mit einer positiven Grundhaltung in die Zukunft, passen uns an die neuen Gegebenheiten an, bleiben flexibel und offen für Notwendigkeiten, die die Situation zur Zeit mit sich bringt, um das große Ziel nicht aus dem Auge zu verlieren: In unserem Fall die solide Bildung für diejenigen Mitglieder unserer Gesellschaft, die unsere Zukunft sind: unsere Kinder.