1. Weltkrieg

Der 1. Preis ging zu gleichen Teilen an einen Leistungskurs Jg. 12
des Amplonius-Gymnasium und an UNS!
Wir freuen uns über 500,- Euro Preisgeld!
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Der 1. Weltkrieg in Rheinberg und Umgebung

Ein Schülerprojekt der Schüler des 7. Jahrgangs: Mika, Antonia, Yannick,
Florian, Marvin und Natalie - Lehrer: Olaf Peim

Der Ausbruch des 1. Weltkrieges jährt sich in diesem Jahr zum 100. Mal. Genau gesagt ist er Ende
Juli/Anfang August 1914 ausgebrochen. Diesen wenig schönen Jahrestag nahmen wir zum Anlass,
um uns darüber zu informieren, was bei uns in Rheinberg vom ersten Weltkrieg noch zu finden ist.

Anfang März machten wir uns mit 8 Schülerinnen und Schülern des 7. Jahrgangs auf den Weg, die
Geschichte des 1. Weltkriegs in und um Rheinberg zu erkunden. Unser erster Besuch ging in die
Rheinberger Stadtbibliothek, wo wir sehr schnell merkten, dass es gar nicht einfach ist, über den
ersten Weltkrieg und seine Geschichte in und um Rheinberg zu erfahren. Bisher hatte sich kaum
jemand mit dieser Thematik auseinander gesetzt und wir fanden keine Literatur darüber. Nur in
einer Budberger Chronik gab es ein Paar wenige Infos. Selbst die Bibliothekarin war sehr überrascht
darüber, dass es wohl zu diesem Thema keine Bücher oder Aufsätze gäbe. Sie fragte uns, ob wir
uns nicht lieber mit dem 2. Weltkrieg befassen möchten, denn zu diesem Thema hätte sie einige
Literatur.

673px-Klgft ztg 19140801Klagenfurter Zeitung vom 1. August 1914

Im Internet haben wir leider auch nir wenig gefunden. Bei unserer ersten Recherche bei GOOGLE
fanden wir auf der Seite der Stadt Rheinberg folgenden Text:

1. Weltkrieg in Rheinberg – Wer kann helfen?

Rheinberg, 31. Juli 1914, ein Freitag, ein herrlicher Sommertag. Mitten in die mittägliche Stille hinein platzt die Nachricht: In der Stadt ist die Mobilmachung Russlands angeschlagen. Auf tiefroten Plakaten können die Menschen in Rheinberg und in den umliegenden Ortschaften am Nachmittag lesen „In Deutschland ist der Zustand des drohenden Krieges verhängt". Nur wenige Stunden später, am Abend des 1. August, erklärt Deutschland Russland den Krieg.


Rheinberg, 2. August 1914, ein Sonntag. Die Kirche ist brechend voll. Bereits am Nachmittag machen sich zahlreiche militärpflichtige Männer auf den Weg zum Rheinberger Bahnhof, um sich zu ihren Truppenteilen zu begeben. Die Züge sind überfüllt mit jungen Männern, die sich freiwillig zur Fahne gemeldet haben. Begeisterung und Aufbruchsstimmung liegen in der Luft.

Die Durchgangsstraßen Rheinbergs werden jetzt kontrolliert und können nur mit Ausweis passiert werden. Tag und Nacht rollt der Verkehr über die Straßen - ein Militärtrupp folgt dem anderen, ein Pferde- und Wagentransport dem nächsten. Fast halbstündlich wird der Rheinberger Bahnhof von Militärzügen durchfahren. Es ist Krieg. Und immer deutlicher werden die Folgen des Krieges auch in Rheinberg spür- und sichtbar werden. Schon bald sind in zahlreichen Familien gefallene Väter und Brüder zu beklagen. Regelmäßig treffen Transporte mit Verwundeten in der Stadt ein, um im St. Nikolaus-Hospital versorgt zu werden. Und in Ossenberg wird ein Kriegsgefangenenlager errichtet.

Zum 100. Jahrestag des Beginns des ersten Weltkrieges plant die Rheinberger Autorin Anja Rupprecht eine Publikation, die das Leben in Rheinberg und den umliegenden Ortschaften während des ersten Weltkrieges schildert. Darüber hinaus ist in Kooperation mit dem Stadtarchiv Rheinberg eine Ausstellung zu dem Thema geplant. 
Wer kann zu diesem Projekt, das von der Stadt Rheinberg und der Sparkasse am Niederrhein unterstützt wird, beitragen? Wer erinnert sich an Erzählungen seiner Eltern oder Großeltern über diese Zeit? Wer hat noch Fotos aus diesen Jahren? Oder andere Zeugnisse wie Feldpostkarten, Briefe, Tagebücher oder Orden?" Hier klicken

 

HL Damals  Lübecker Anzeigen

Lübeckische Anzeigen vom 2. August 1914

 

Einen weiteren interessantenBericht fanden wir auf den Seiten des Deutschen Roten Kreuzes,
Stadtverband Rheinberg. Hier klicken

 

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Unser zweiter Ausflug führte uns auf die Rheinberger Friedhöfe.

Nachdem wir in der Stadtbibliothek und auch online nur sehr wenig über den 1. Weltkrieg in
Rheinberg erfahren konnten, haben wir uns - nach einem Hinweis einer Schülerin - auf den Weg zu
den Rheinberger Friedhöfen gemacht.
Als erstes haben wir uns natürlich den Friedhof an unserer Schule, an der Xantener Straße, gegenüber
von Aldi, angeschaut:

WK2 WK1

WK3 WK4

WK5 WK6

 

WK7

 

Auf der rötlichen Stele sind verschiedene Namen von Soldaten eingraviert, die alle während des 1. Weltkrieges gestorben sind. Auf der Stele ist auch ein Stahlhelm, ein Schwert und das Eiserne Kreuz zu erkennen. Die vier Garbsteine vor der Stele gehören zu Soldaten, die im 2. Weltkrieg gefallen sind.

 

Auf dem Friedhof St. Anna gibt es viel mehr Grabsteine für Soldaten des 2. Weltkrieges. Zum 1. Weltkrieg haben wir dort nur folgendes finden können:

 

WK8

 

 

WK9

 

WK10

 

Auf dem großen Friedhof St. Anna gab es nur vier Grabsteine für Soldaten des 1. Weltkrieges und eine fast unleserliche und ungepflegte Inschrift: "Zum Gedächtnis der im Lazarett des ..."

Einen interessanten Eintrag haben wir noch auf der Stele der Familiengruft der Familie Underberg gefunden, wo von dem Tod des Leutnants Hubert Underberg gesprochen wird, der am 16. 7. 1918 in Frankreich gefallen ist. Das war weniger als vier Monate vor dem Ende des Krieges (11. 11. 1918).

 

Foto 1-16

Foto 3-10

Foto 4-4

Foto 5

 

"Boar, dass so viele Rheinberger im 1. Weltkrieg ums Leben gekommen sind, hätte ich nicht gedacht. Der Krieg kam doch gar nicht bis nach Rheinberg." "Na ja, eigentlich ja doch!"


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Unser dritter Ausflug führte uns ins Rheinberger Stadtarchiv.

Am letzten Schultag machten wir uns auf den Weg ins Stadtarchiv. Unsere beiden Lehrer Herr Peim und Herr Ververs haben uns begleitet. Wir wurden von Frau Sweetsir empfangen. Frau Sweetsir ist sehr freundlich und hilfsbereit. Sie hat uns schon einige Akten, Zeitungen, Plakate und Bücher zum 1. Weltkrieg herausgesucht und sie hat uns auch geholfen die altdeutsche Schrift zu entziffern, was selbst unseren Lehrern sehr schwer fiel.

Antonia machte auf der Ehrentafel der gefallenen Soldaten des 1. Weltkriegs einen spannenden Fund - sie fand zwei Soldaten, die den gelichen Namen hatten wie sie. Nun will sie herausfinden, ob die beiden vielleicht Vorfahren von ihr waren:

Foto 2-2

Foto 1-2

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Das spannendste Buch, das wir gefunden haben, war eine Schulchronik, von der Antonia uns berichten wird:

Foto 1

WKI

Aus der Chronik der evangelischen Schule in Rheinberg

1914 gab es im Krankenhaus von Rheinberg bereits 170 Verwundete des 1. Weltkrieges, obwohl der Krieg nie in Rheinberg stattfand. Die Menschen, die hier verstarben, wurden auch in Rheinberg und Umgebung beigesetzt.

Im selben Jahr 1914 wurde auch ein Lazarett im Solvay-Werk errichtet. Im Lazarett konnten etwa 25 bis 30 Menschen versorgt werden.

Die Schülerinnen und Schüler der evangelischen Schule strickten in einem Kriegsjahr ca. 60 Paar Strümpfe, 26 Kopfhüllen, 40 Paar Stauchen,10 Ohrenschützer, 26 Kniewärmer, 22 Schals und 4 Leibbinden. Dafür bekamen sie vom Frauenverein Nikolaus Geschenke und taten so ihren Beitrag, um den Krieg zu unterstützen. Zu mehreren Anlässen wurden auch Lebensmittel und Stoffe gesammelt. Wie zum Beispiel in der Reiswollwoche. Dort wurden in mehreren Bollerwagen Stoffe und Gestricktes gesammelt oder am Geburtstag des Staatsoberhauptes wurden Marmeladen und Obst  gesammelt.

Die Rheinberger waren stolz darauf, dass sich die Kinder trotz der alleinigen Erziehung durch die Mütter, da die Väter im Krieg waren, nicht schlechter benahmen wie in anderen Gegenden oder zu anderen Zeiten. Einmal machten die Kinder sogar einen Schulausflug zum Truppenübungsplatz und Gefangenenlager in Friedrichheim auf der anderen Rheinseite. In den Zeiten des Krieges interessierte man sich halt auch in der Schule für solche Dinge.

Quelle: Schulchronik der evangelischen Schule Rheinberg

von Antonia

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"Im Westen nichts Neues"

Ein Film über den ersten Weltkrieg allgemein... aber so oder so ähnlich hätte es auch in Rheinberg sein können.

im-westen-nichts-neues

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Wie der erste Weltkrieg begann:

Der erste Weltkrieg  fand von 1914 bis 1918 statt und war der erste Krieg an dem viele westliche Länder teilnahmen. Man schätzt, dass insgesamt 9 Millionen Menschen in diesem Krieg starben.

Die Gründe für den Krieg waren die politischen Spannungen, die in Europa bereits im späten 19. Jahrhundert angefangen und zu militärischen Aufrüstungen der Länder geführt hatten. Der eigentliche Grund des Ausbruches dieses Kriegs war jedoch die sogenannte Balkankrise. In Mittel- und Osteuropa gab es damals nicht so viele Staaten wie heute.

Viele Länder hatten in Afrika und Asien Kolonien. Kolonien waren Länder, die die westlichen Länder einfach eingenommen hatten. Die Menschen dort waren fast wie Sklaven.

Eigentlicher Auslöser des 1. Weltkrieges war ein Konflikt zwischen

Österreich-Ungarn mit Serbien. Am 28.juni.1914 wurden im serbischen

Sarajewo der österreichische Thronfolger und seine frau Opfer eines

Attentates, wohinter Österreich-Ungarn den serbischen Geheimdienst

vermutete. Die österreichische Regierung verlangte sofortige Aufklärung

des Mords und Verurteilung der verantwortlichen unter Beteiligung eine

einer österreichischen Kommission auf serbischen Boden. Die lehnten die

Serben ab, woraufhin Österreich-Ungarn am 28.juni.1914den Serben den

krieg erklärten. Russland stand auf Seiten Serbiens und rief dazu auf,

militärisch gegen Österreich-Ungarn vorzugehen, um Serbien zu

verteidigen. Da aber das Deutsche Reich mit Österreich-Ungarn verbündet

war, erklärte es am 01.august.1914 Russland den Krieg mit der Folge,

dass russische Truppen in das Deutsche Reich einmarschierten. Als

Reaktion darauf wurde Luxemburg von deutschen Truppen besetz. Durch

eine Flut von Kettenreaktionen wurde jetzt in schneller Folge das

Osmanische Reich und Bulgarien auf der Seite des Deutschen Reiches und

Österreich-Ungarn sowie Frankreich, Großbritannien, Japan, Italien,

Portugal, Rumänien und die U.S.A. auf der Seite Russlands und Serbiens

mit in den Krieg hineingezogen. Einer der tragischen Höhepunkte wie der

Einmarsch deutscher Truppen in das neutrale Belgien und die damit

zusammenhängenden Stellungskriege. Zum ersten Mal in der Geschichte

wurde Giftgas eingesetzt und hunderttausend kamen in den

Schützengraben qualvoll ums Leben, der erste Weltkrieg stand auch für

den Einsatz weiterer Waffensysteme, die es bis dahin nicht gegeben hatte.

Maschinengewähre, Panzer und Flugzeuge waren eine ganz neue

Generation von grausamen Mordwaffen.

Am 18.Juli.1918 begann die militärische Offensive der verbündeten Länder

gegen das Deutsche Reich, in Frankreich die deutschen Truppen zurück

Zudränge. Als die Amerikaner eintrafen, waren die verteidigten Armeen so

stark, dass sich nach der Schlacht bei Amiens am 08.August. das

geschwächte deutsche Heer nur noch zurückziehen konnte. Am

11.November.1918 wurde schließlich der Waffenstillstand unterzeichnet.

Viele Länder Europas wurden jetzt zu demokratischen Staaten.

von Natalie